Skigeschichte – So entstand der Skisport

Der Terminus “Ski” bezieht sich auf ein Fortbewegungsmittel, dessen Anfänge weit in die Geschichte der Menschheit zurückreichen. Dabei unterlagen die Einsatzgebiete dieses Geräts einem deutlichen Wandel: Diente der Ski zunächst zu Zwecken der Jagd oder aber auch militärischen Belangen, so entwickelte sich der Wintersport insbesondere seit Beginn des 20. Jahrhunderts zum Massenphänomen auf den Pisten rund um den Globus.

Antike Ski samt Schlitten

In der Grundform bestehen Skier immer aus zwei gleich langen, speziell zugeschnittenen Brettern. Diese sollen die Abfahrt von verschneiten Anhöhen oder das Gleiten auf Gras beziehungsweise Wasser auf effiziente Weise ermöglichen. Was den Wintersport betrifft, so werden hier mittels einer Bindung Skistiefel an den Skiern fixiert, welche je aus einer Lauffläche und der sich nach oben biegenden Schaufel bestehen. Etymologisch ist das Wort “Ski” übrigens dem norwegischen Begriff für gespaltenes Holz entlehnt. Als Pluralform findet sich neben “Skier” auch “Ski” oder “Skis” im Duden.

Funde aus der jüngeren Zeit deuten darauf hin, dass diese Art der Fortbewegung bereits vor über zehntausend Jahren genutzt wurde. Bedeutende entsprechende Exponate lassen sich unter anderem in Finnland, Schweden, Norwegen sowie in Russland verifizieren. Dabei handelt es sich um mehr oder weniger kunstfertig bearbeitete Bretter oder auch um Darstellungen Ski fahrender Personen. Die Ansicht, wonach dieser Sport ursprünglich auf das Volk der Saami zurückzuführen ist, bleibt umstritten, da für fast alle schneereichen Gebiete frühe Nachweise vorliegen.

Dabei hatte die Begeisterung der skandinavischen Länder für Skis in erster Linie praktische Gründe. So konnten sich nur Begüterte die Anschaffung von Pferd und Schlitten leisten. Viele Siedlungen lagen aber einsam und in hügeligem Gelände. Skier erlaubten es, auch weite Distanzen günstig zu überwinden. Im Lauf der Zeit entwickelten sich sehr verschiedene Formen, welche von den Erbauern meist kunstvoll verziert wurden. Für die Herstellung zog man bevorzugt die Holzarten Esche, Birke und Kiefer heran. Als der kalifornische Goldrausch Mitte des 19. Jahrhunderts auch die Skandinavier anzog, wurden Ski in Amerika bekannt und immer beliebter.

Weil die aus dem hohen Norden importierten Sportgeräte für den hiesigen Bereich zu teuer waren, fertigten Wagner und Tischler im Alpenbereich eigene Modelle für ihre Kunden an. Durch die Trennung der nordischen und der alpinen Disziplin entstanden spezielle Skiformen, die den Erfordernissen des Geländes sowie der Geschwindigkeit der jeweiligen Disziplin angepasst waren. Im Laufe der Zeit konkurrierten zahlreiche verschiedene Skiausführungen; auch die Materialien unterlagen einem stetigen Wandel. Seit Beginn der 1990er Jahre hat die Einführung des Carvingskis den Markt revolutioniert.

Was die wirtschaftliche Seite des Skifahrens betrifft, so sind die vorliegenden Zahlen uneinheitlich. Einige Erhebungen gehen davon aus, dass weltweit mindestens 65 Millionen Menschen auf den Pisten unterwegs sind. Andere Quellen sprechen von bis zu 200 Millionen Läufern. Parallel zu diesem Aufschwung, der vor allem während der 1950er bis hin zu den 1980er Jahren stattfand, lief der Auf- und Ausbau des Wintertourismus. Nach der genannten Periode sackte der Umsatz der Ski-Industrie zum Teil dramatisch ab, was auch durch das Wachstum im Skiverleih bedingt war. Mithilfe von technischen Neuerungen – wobei hier auf die Details nicht eingegangen werden kann – wie durch die Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer wird versucht, dem entgegenzusteuern. Die Abwanderung von Snowboardern zu den Freestylern etwa eröffnet in jüngster Zeit neue Marktsegmente. Seit etwa dreißig Jahren ist zu beobachten, dass anfangs bestimmten Familien angehörende Marken wie Atomic, Völkl oder Rossignol von internationalen Großkonzernen aufgekauft werden.

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