Flex-Index: Fehlerverzeihend oder aggressiv?

Skier werden mitunter in Kategorie wie “hart” oder “weich” eingeteilt. Ein Maß für die Härte der Ski ist der sogenannte Flex-Index. Dieser findet neben der Klassifizierung von Skiern auch bei Skischuhen seine Anwendung (siehe Infos zu Flex-Index / Härtegrad). Bei Skiern ist der Härte bzw. Flex-Index entscheidendes Kriterium für das Verhalten des Skis.

Dabei werden Skier meist als fehlerverzeihend (niedriger Härtegrad / Flex-Index) beziehungsweise aggressiv (hoher Härtegrad / Flex-Index) kategorisiert.

Aggressive Ski

Ein Ski gilt als aggressiv, wenn er sehr direkt reagiert und auf jeden Impuls des Fahrers anspringt. Besonders für professionelle Fahrer ist es wichtig, dass der Ski jede Impuls möglichst direkt und schnell ausführt.

Fehlerverzeihende Ski

Fehlerverzeihende Ski sind das genaue Gegenteil der aggressiven Ski. Leichte Impulse vom Fahrer werden nicht unbedingt oder nur kaum umgesetzt, es entsteht ein etwas “schwammiges” Fahrverhalten. Kleinere Fehler beziehungsweise Fehlbelastungen wirken sich so somit kaum auf die Fahrweise aus. Besonders für Anfänger ist dieser Skityp geeignet, da er ein deutlich entspannteres und einfacheres Fahrverhalten garantiert.

Flex-Index als Maß der Aggressivität

Die Aggressivität eines Skis wird maßgeblich durch den Flex-Index bestimmt. Je höher der Flex-Index desto steifer ist der Ski. Je steifer der Ski, desto größer ist der Bereich der Kante, der wirklich greift. Anfänger-Ski sind oft so konzipiert, dass lediglich ein kleiner Bereich in der Mitte des Ski greift. Skianfang und -ende greifen nicht, sondern liegen lediglich auf. Im Gegensatz dazu stehen sehr harte Ski, wie etwa Race- und Slalomcarver. Deren wirksame Kante ist deutlich länger, was dazu führt, dass der maximale Druck, den die Kante halten kann, deutlich größer ist. Der maximale Druck einer Kante steht jedoch in keiner Korrelation zum maximal kleinsten Radius. Eine direkte Beziehung zwischen Flex-Index und Kurvenradius besteht. Näheres hierzu findet sich auch im Artikel “Race- und Slalomcarver – Die Skier der Profis”.

Kaufempfehlung

Letztendlich muss jeder selbst entscheiden, was für einen Ski er fahren möchte. Allgemein lässt sich jedoch sagen, je besser die eigenen Carving-Fähigkeiten sind, desto mehr ist man in der Lage das Potenzial eines Race- oder Slalomcarvers auszunutzen. Wer nicht carvt, sondern nach klassischer Drift-Technik fährt, sollte am besten seine Finger von sehr aggressiven Skiern lassen, da er hiermit keinen Spaß haben wird. Auch für Fortgeschrittene sind diese Modelle meist nicht die richtigen. Hier bieten sich eher Allround-, Mountain- oder Crosscarver an. Diese sind meist auch mit einen mittleren Flex-Index zu haben und bieten einen guten Kompromiss aus Aggressivität und fehlerverzeihenden Eigenschaften.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein neues paar Skier zuzulegen, sollte diese am besten vorher testen. Man kann noch so viele Empfehlungen im Internet lesen, es geht nichts über den persönlichen Test von den Skiern. Viele Ski-Läden bieten die Möglichkeit Skier zu leihen oder vorher zu testen. Der Leihpreis wird beim Kauf dann meistens auch auf den Verkaufspreis angerechnet.

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