Airboarding – im Tiefflug den Hang hinunter

Unter dem Begriff  “Airboarding” (auch Snowbodyboard) versteht man das hinunter Fahren einer Skipiste auf auf einem High-Tech Luftkissen. Egal ob planierte Piste oder Tiefschnee – alles ist möglich. Das Kissen ähnelt dabei ein wenig einer kleinen Luftmatratze, weist jedoch einige grundlegende Unterschiede auf. Das Besondere beim Airboarding ist die Nähe zur Piste. Dadurch, dass man mit dem Kopf vorraus die Piste herunterfährt, ergibt sich ein völlig anderes Geschwindigkeitsgefühl als beim Skifahren oder Snowboarden.

Airboarding Equibment

Airboarding Equibment

Dass Airboarding nicht ganz ungefährlich ist, dürfte jedem klar sein. Bremsen und Ausweichmanöver sollten vor der ersten schnellen Abfahrt sicher sitzen, denn auf den Luftkissen können sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht werden.

Wer das Airboarding gerne einmal ausprobieren möchte, für den dürfte sich ein ein Airboard Kurs anbieten. Diese Kurse dauern meist ein bis zwei Stunden, in denen die Grundlagen erklärt und gezeigt werden. Bei den meistens Anbietern zahlt man für solch einen Kurs zwischen 50 und 60 Euro. Zudem wird natürlich das Material zur Verfügung gestellt. Wer auf eigene Faust Airboarden gehen möchte, der muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Airboards sind ab etwa 300 Euro zu haben, spezielle Profi-Modelle sind zudem noch weitaus teurer.

Wir konnten Joe Steiner, bekannt als der “Pionier des Airboardings” für ein kurzes Interview gewinnen, indem wir ihm einige interessante Fakten zu diesem rasantem Sport entlocken konnten:

Herr Steiner, sie gelten als Erfinder des modernen Airboardings. Wann ist Ihnen das erste mal die Idee gekommen, mit einem Luftschlitten einen Berg hinab zu fahren?

Nach einem Snowboardunfall bei welchem die Bänder an den Fussgelenken rissen, suchte ich nach einer neuen Möglichkeit den Schnee zu befahren. Das Bodyboard mit welchem im Meer die  Wellen gesurft werden, war die Inspiration.

Wie lässt sich Airboarding am besten in einem Satz beschreiben?

Fliegen auf dem Schnee …..

10 Jahre Entwicklungsarbeit stecken in dem Airboard. Was war das schwierigste Problem, welches Sie dabei zu bewältigen hatten?

Die Zusammensetzung des Materials, leicht, faltbar, kälteresistent, abriebfest, robust.

2006 hatten Sie bereits 60.000 Boards verkauft. Wie viele sind es inzwischen im Jahr 2010?

Ein paar mehr ;)

Wie schnell ist man mit den Luftschlitten unterwegs? Wie sieht ihr persönlicher Geschwindigkeitsrekord aus?

Etwa gleich schnell wie ein Snowboard oder Ski. Bei Rennen auf gesicherten Pisten kann es schon Mal über hundert Kmh gehen. Ich selbst bin schon mit 116 Kmh gemessen worden.

Bei solch hohen Geschwindigkeiten existiert ein hohes Gefahrenpotential. Wie gefährlich schätzen Sie das Airboarding ein? Schützt das Airboard den Fahrer beim Sturz – ähnlich einem Airbag?

Geschwindigkeit ist potenzierte Energie und ein Sturz oder ein Aufprall kann  gefährlich sein. Beim Airboard liegt man tief und ist nicht auf dem Gerät fixiert wie bei Ski oder Snowboard – dies minimiert die Verletzungsgefahr, aber verharmlosen will ich es nicht. Beherrschen des Geräts und des eigenen Übermuts schaden auf keinen Fall.

Inwiefern unterscheidet sich das Airboard von herkömmlichen Wintersport-Geräten wie Skiern oder Snowboards? Wie unterschiedlich ist das „Fahrgefühl“?

Gleitgefühl nicht nur an den Fußsohlen sondern auf dem ganzen Körper – (f)liegende Position -  macht Gänsehaut schon beim dran denken.

Gibt es Wettbewerbe in denen sich Airboarder messen?

Ja immer mehr, Speed-rennen, Einzelzeitfahren, 4-Cross, Massenstart sind einige Disziplinen in welchen sich die Rider messen.

Vielen Dank für das Interview!

Weitere Informationen zu dem Thema finden sich auf der Website von Joe Steiner unter fun-care.ch .

Abwechslung auf Skiern

Wer auf der Suche nach Alternativen für die herkömmliche Skiabfahrt ist und wem das Airboarding nicht zusagt, für den dürfte das Snowkiten vielleicht das richtige sein. In unserem Artikel “Snowkiten – das etwas andere Skierlebnis” beleuchten wir die Hintergründe dieser Extremsport-Art auf Skiern/Snowboard.

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